|
Zwei Jubiläum der seltenen Art gab es beim BC Marburg in der Saison 2010/2011 zu feiern. Aufbauspielerin Hicran Özen ist seit über 10 Jahren dabei und absolvierte ihr 200. Bundesligaspiel für den BC Marburg. Mehr Spiele im Trikot des BC Marburg absolvierte bisher nur Alexandra Keil. Und da war noch der sensationelle 1. Platz in der Bundesliga, den der BC Marburg zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte erreichen konnte.
Als Ziele waren bei den Blue Dolphins vor der Saison das Erreichen des Halbfinales in den Play-Offs und die Teilnahme am TOP4 angegeben worden. Beide Ziele wurden erreicht. Als Zugabe gab es eine beeindruckende Siegesserie in der Hinrunde, in der Marburg mit nur einer einzigen Niederlage in Wasserburg den haushohen Meisterschaftsfavoriten Wasserburg und den Mitfavoriten Saarlouis in Bedrängnis brachte. Die Rückrunde brachte dann nur noch eine Niederlage nach Verlängerung in Nördlingen bei Donau-Ries und eine Niederlage beim wiedererstarkten Oberhausen. Im letzten Spiel der Bundesligarunde zuhause gegen den Titelfavorit Wasserburg sicherte sich die Marburger Spielerinnen mit einem 58:52-Sieg zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den 1. Platz einer Bundesligasaison und dies mit satten 41 Punkten. Hinzu kommt, dass der BC Marburg auch im direkten Vergleich allen Gegnern in der Bundesligarunde überlegen war.
Allerdings spielte das Team in der Rückrunde nach der Winterpause nicht mehr so überzeugend wie in der Hinrunde. Es war ein Bruch festzustellen. Ob dies im Zusammenhang mit der Verpflichtung Carlene Hightowers stand ist letztlich nicht nachzuweisen. Carlene Hightower konnte nur sehr selten - wie z.B. im letzten Rundenspiel gegen Wasserburg und im 3. Play-Off-Spiel gegen Halle - überzeugen. Sie blieb insgesamt blass. Leider erhielt das Nachwuchstalent Finja Schaake, die eine sehr gute Hinrunde gespielt hatte, nach der Verpflichtung Carlene Hightowers zunehmend weniger Spielzeit. 
Im Pokal konnte das Team überwiegend überzeugen. Erstmals nach 2005 gelang wieder der Einzug ins TOP4, doch leider gab es bei einigen Spielerinnen im Pokalhalbfinale einen deftigen Leistungseinbruch und der Finaleinzug misslang. Aber das Team erreichte mit dem 3. Platz im Pokalwettbewerb einen Platz auf dem Pokaltreppchen und damit die Bronzemedaille.
Bei den Play-Offs gestatteten sich die Damen des BC im Viertelfinalspiel in Halle eine kleine Auszeit und verloren mit 59:60. Aber bei den beiden Heimspielen wurden den Hallenserinnen die Grenzen deutlich aufgezeigt und Marburg spazierte sicher ins Halbfinale. Ausgerechnet im ersten Halbfinalspiel leisteten sich die Damen des BC die einzige Heimniederlage der Saison. Den Unterschied machten die Profispielerinnen. Den regelrecht auftrumpfenden amerikanischen Profispielerinnen der Freiburgerinnen hatten die 3 amerikanischen Profispielerinnen Marburgs nichts entgegenzusetzen. In Freiburg folgte die einzige deutliche Saison-Niederlage und somit das Aus im Halbfinale; damit waren innerhalb von 2 Tagen alle Meisterschaftsträume beendet.
Das Hinspiel um die “goldene Ananas” - wie man in Saarlouis die Spiele um Platz 3 humorig bezeichnete - verlor Marburg deutlich mit 69:78. Im letzten Spiel der Saison gelang dann mit einem 76:72 Sieg zumindest ein versöhnlicher Abschluss, wenn auch Saarlouis aufgrund des besseren Korbverhältnisses den Kampf um den 3. Platz knapp gewann.
Fazit: Eine geile Saison mit unglücklichem Ende. Auf ein Neues in der Saison 2011/2012
|